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Ausbildung zur Industriekauffrau mal anders ...

... oder feilen bis es Blasen gibt.

Keine Sorge, wir verdonnern unsere Auszubildenden aus dem kaufmännischen Bereich nicht zur Zwangsarbeit. Uns ist es wichtig, dass die Auszubildenden auch einen Einblick in die mechanische Produktion unserer Teile bekommen. So darf bei uns jeder Auszubildende aus dem kaufmännischen Bereich 4 Wochen in die Abteilung Werkzeugbau um dort ein paar Späne zu produzieren.
Zuerst bekommen alle eine Einweisung in die Messmittel und die benötigten Werkzeuge. Meist kennt die „Damenwelt“ ja nur eine Nagelfeile und weiss nicht so recht, was man mit einer großen Schruppfeile so alles anstellen kann.
Derzeit ist Madeleine Schmid, kfm. Azubi im 2. Lehrjahr kräftig dabei einen U-Stahl mit Säge und Feile in die gewünschte Form zu bekommen um ein Gefühl für den Werkstoff zu erhalten. Die ersten Blasen an den Händen hat es auch schon gegeben, aber Spaß macht es trotzdem hat sie mir erzählt!
Wenn die ersten Grundkenntnisse sitzen, geht es an die Maschinen. Dann wird gebohrt, gefräst und gedreht, denn nach den 4 Wochen will auch Madeleine ein selbst hergestelltes „Mensch ärgere Dich nicht“ - Spiel aus Metall in den Händen halten und stolz den Kolleginnen präsentieren.
Selbstverständlich würden unsere Mechaniker-Lehrlinge den Mädels auch gerne behilflich sein und die eine oder andere Bohrung übernehmen, aber da setzen sich unsere Azubinen kräftig zur Wehr, denn wir Frauen sind ja emanzipiert und können auch mit Werkzeugen umgehen!
Und manchmal würden die jungen Mädchen anschließend lieber in der Produktion mitarbeiten, als am Computer und am Schreibtisch zu sitzen. Wir werden sehen, wie es weitergeht.

Ihre Ingrid Siebert



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