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Fachwissen Präzisionsfertigung

Glossar der Präzisionsfertigung

Von Zerspanung über Werkstoffe bis zu Normen und Qualitätssicherung: Hier erklären wir die wichtigsten Fachbegriffe rund um die Präzisionsfertigung bei BEUTTER – verständlich und auf den Punkt.

61 Fachbegriffe
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

A

Aktuator

Stellglied, das Energie (z. B. hydraulisch, elektrisch) in eine gezielte mechanische Bewegung umwandelt.

Anlagenqualifizierung

Strukturierter IQ/OQ/PQ-Nachweis, dass eine Fertigungsanlage korrekt installiert ist und spezifikationsgerecht arbeitet.

AS9100

Qualitätsmanagement-Norm (QMS) speziell für die Luft- und Raumfahrt. BEUTTER ist nach DIN EN 9100 zertifiziert.

B

Baugruppen

Aus mehreren Einzelteilen montierte Funktionseinheiten. BEUTTER fertigt nicht nur Einzelkomponenten, sondern übernimmt auch die Montage kompletter Baugruppen – bei Bedarf im Reinraum.

Bedarfsvorschau

Prognosedaten des Kunden zur vorausschauenden Produktions- und Materialplanung, um Lieferzeiten zu verkürzen.

Biokompatibilität

Eigenschaft eines Werkstoffs, im Kontakt mit lebendem Gewebe keine schädlichen Reaktionen auszulösen. Entscheidend für Komponenten in der Medizintechnik, etwa aus Titan oder Implantatstahl.

C

Chargenrückverfolgbarkeit

Lückenlose Nachverfolgung vom Rohmaterial bis zum Fertigteil. Jede Charge lässt sich eindeutig zuordnen – Pflicht in regulierten Branchen.

CNC-Bearbeitung

Computergesteuerte Fertigung (Computerized Numerical Control), bei der Werkzeugmaschinen anhand digitaler Programme hochpräzise und reproduzierbar arbeiten – die Basis moderner Präzisionsfertigung.

CVD

Chemical Vapor Deposition – chemisches Verfahren zur Abscheidung dünner Funktionsschichten, u. a. in der Halbleitertechnik.

D

DFM

Design for Manufacturability – fertigungsgerechte Konstruktion. Bauteile werden so gestaltet, dass sie wirtschaftlich, prozesssicher und qualitätsgerecht gefertigt werden können.

Drehen

Zerspanungsverfahren, bei dem sich das Werkstück dreht und ein feststehendes Werkzeug Material abträgt. Ideal für rotationssymmetrische Präzisionsteile wie Bolzen, Hülsen und Wellen.

Duktilität

Fähigkeit eines Werkstoffs, sich unter Belastung plastisch zu verformen, ohne zu brechen. Ein wichtiges Kriterium bei der Werkstoffauswahl für sicherheitsrelevante Bauteile.

Duplexstahl

Rostfreier Stahl mit austenitisch-ferritischem Mischgefüge – vereint hohe Festigkeit mit sehr guter Korrosionsbeständigkeit.

E

Einmesszyklus

Kalibrierung von Maschinen und Prozessen zur Sicherstellung gleichbleibender Maßgenauigkeit über die gesamte Fertigung.

Eloxieren

Elektrochemisches Verfahren zur Erzeugung einer schützenden Oxidschicht auf Aluminium. Erhöht Korrosionsbeständigkeit und Härte und ermöglicht farbige Oberflächen.

EMPB

Erstmusterprüfbericht – vollständige Dokumentation der Erstbemusterung mit allen gemessenen Merkmalen und Nachweisen.

Endoprothetik

Implantation künstlicher Gelenke (Endoprothesen), etwa für Hüfte oder Knie.

Entgraten

Entfernen scharfkantiger Materialüberstände (Grate), die bei der Zerspanung entstehen. Sichert Funktion, Montierbarkeit und Sicherheit des fertigen Bauteils.

Erstbemusterung

Erstmalige, umfassende Prüfung eines Bauteils vor dem Serienstart, um die Übereinstimmung mit allen Vorgaben nachzuweisen.

F

Fertigungstiefe

Anteil der Wertschöpfung, der im eigenen Unternehmen erbracht wird. Eine hohe Fertigungstiefe sichert Qualität, Termintreue und Flexibilität.

H

Hartbearbeitung

Zerspanung gehärteter Werkstoffe ab etwa 54 HRC. Ermöglicht die Endbearbeitung nach dem Härten und spart aufwändige Schleifprozesse.

Härten

Wärmebehandlung von Stahl, um dessen Härte und Verschleißfestigkeit zu erhöhen. Erfolgt durch gezieltes Erhitzen und schnelles Abkühlen des Werkstoffs.

Hochdruckdichtfläche

Präzisionsbearbeitete Fläche, die auch unter hohem Druck zuverlässig abdichtet – z. B. in Hydraulik- und Einspritzsystemen.

Honen

Feinbearbeitungsverfahren zur Erzeugung präziser Bohrungsgeometrien und definierter Oberflächen. Erreicht höchste Maß- und Formgenauigkeit sowie geringe Rauheit.

I

Implantatwerkstoff

Biokompatibler Werkstoff für medizinische Implantate, etwa Titan Grade 5 ELI, Implantatstähle oder Cobaltbasislegierungen.

Inconel

Nickelbasierte Hochtemperaturlegierung mit hervorragender Warmfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit – typisch für Aerospace-Anwendungen.

Invar

Nickel-Eisen-Legierung mit äußerst geringem Wärmeausdehnungskoeffizienten – ideal für maßstabile Präzisionsanwendungen.

ISO 13485

QMS-Norm für Medizinprodukte. BEUTTER ist nach DIN EN ISO 13485 zertifiziert – bis hin zu Komponenten der Risikoklasse III.

K

Kanban

Bestandsgesteuertes Liefer- und Nachschubsystem, das eine bedarfsgerechte, verbrauchsorientierte Materialversorgung ermöglicht.

Klasse-1-Komponente

Sicherheitskritisches Bauteil in der Luftfahrt mit besonderer Dokumentations- und Rückverfolgbarkeitspflicht.

Konsignationslager

Lager beim Kunden, aus dem entnommen wird; die Bezahlung erfolgt erst bei tatsächlicher Entnahme. Reduziert Kapitalbindung und sichert Verfügbarkeit.

Koordinatenmessgerät

KMG – 3D-Präzisionsmesstechnik, die Geometrien, Maß-, Form- und Lagetoleranzen von Bauteilen hochgenau erfasst.

L

Läppen

Feinstbearbeitungsverfahren mit losem Korn zur Erzielung höchster Oberflächengüte und Ebenheit – eingesetzt, wenn engste Toleranzen gefordert sind.

Lohnfertigung

Fertigung von Bauteilen nach Kundenvorgabe und -zeichnung, ohne eigene Produktentwicklung.

Losgröße

Anzahl der Teile einer Fertigungscharge. BEUTTER fertigt wirtschaftlich in Losgrößen von 20 bis 5.000 Stück.

M

Messmittelüberwachung

Regelmäßige Kalibrierung und Überwachung aller Messmittel, um jederzeit zuverlässige und rückführbare Messergebnisse sicherzustellen.

N

Nitinol

Nickel-Titan-Legierung mit Formgedächtnis- und Superelastizitätseffekt, eingesetzt u. a. in der Medizintechnik.

O

Osteosynthese

Operative Versorgung von Knochenbrüchen mit Implantaten wie Platten, Schrauben und Nägeln.

P

PEEK

Hochleistungskunststoff (Polyetheretherketon) mit hoher Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit, eingesetzt in Medizintechnik und Aerospace.

Prismatisches Bauteil

Quaderförmiges oder unregelmäßig geformtes Werkstück, das überwiegend durch Fräsen bearbeitet wird.

Profilschleifen

Schleifen mit einer geformten Schleifscheibe, um komplexe Konturen und Profile präzise in den Werkstoff einzubringen.

Prozessvalidierung

Nachweis der Reproduzierbarkeit eines Fertigungsprozesses, sodass gleichbleibende Qualität dauerhaft gewährleistet ist.

R

Rahmenauftrag

Langzeitauftrag mit vereinbarter Gesamtmenge und flexiblem Abrufplan – für planbare Serienbelieferung.

Reinraum

Kontrollierter Fertigungsbereich nach ISO 14644 mit definierter Partikelarmut (z. B. ISO 5) – erforderlich für hochsensible Komponenten der Medizin- und Halbleitertechnik.

Rheometer

Messgerät zur Bestimmung der Fließ- und Verformungseigenschaften von Materialien.

Risikoklasse III

Höchste Risikoklasse für Medizinprodukte nach MDR mit den strengsten Anforderungen an Nachweis und Dokumentation.

Rissprüfung

Zerstörungsfreies Prüfverfahren zum Aufspüren feinster Oberflächenrisse, etwa per Farbeindring- oder Magnetpulverprüfung. Zentral für sicherheitskritische Bauteile.

Rotationssymmetrie

Geometrie, die bei Drehung um ihre Achse deckungsgleich bleibt – typisch für Drehteile wie Bolzen, Buchsen und Wellen.

S

Servoventil

Hochpräzises Hydraulikventil für anspruchsvolle Regelaufgaben, etwa in Aerospace-Anwendungen.

Sondermaschinenbau

Entwicklung und Bau von Einzelmaschinen und Anlagen exakt nach individueller Kundenanforderung.

Spitzenlosschleifen

Schleifverfahren ohne Einspannung des Werkstücks zwischen Spitzen. Erlaubt wirtschaftliches Schleifen langer, rotationssymmetrischer Teile bei hoher Rundheit.

T

Thermische Ausdehnung

Längen- bzw. Volumenänderung eines Werkstoffs infolge von Temperaturänderungen – ein wichtiger Faktor bei Präzisionstoleranzen.

Titan

Leichtmetall mit hoher spezifischer Festigkeit, exzellenter Korrosionsbeständigkeit und Biokompatibilität – bevorzugt in Aerospace und Medizintechnik.

U

Ultraschallreinigung

Reinigungsverfahren, bei dem hochfrequente Schallwellen in einer Flüssigkeit feinste Partikel und Rückstände auch aus schwer zugänglichen Bereichen lösen.

V

Validierung

Dokumentierter Nachweis, dass ein Prozess reproduzierbar Ergebnisse innerhalb der geforderten Spezifikation liefert.

Variantenvielfalt

Hohe Anzahl unterschiedlicher Bauteilausführungen, die flexibel und wirtschaftlich gefertigt werden.

Viskosimeter

Messgerät zur Bestimmung der Viskosität (Zähflüssigkeit) von Flüssigkeiten und Fluiden.

W

Wafer

Dünne Halbleiterscheibe, die als Grundlage für die Herstellung von Mikrochips dient.

Wärmebehandlung

Gezielte Erwärmung und Abkühlung von Werkstoffen, um deren mechanische Eigenschaften wie Härte, Festigkeit oder Zähigkeit einzustellen.

Werkstückprüfung

Messtechnische Kontrolle gefertigter Bauteile auf Maß-, Form- und Lagetoleranzen – bei BEUTTER u. a. mit taktiler Koordinaten- und Konturmesstechnik.

Z

Zerspanen

Sammelbegriff für alle Fertigungsverfahren, bei denen mit einem Werkzeug Material in Form von Spänen abgetragen wird – dazu zählen Drehen, Fräsen, Bohren und Schleifen.

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