Edelstahl drehen und fräsen
Edelstahl vereint Korrosionsbeständigkeit, Festigkeit und Hygieneeignung – Eigenschaften, die ihn für viele Branchen unverzichtbar machen, seine Zerspanung aber anspruchsvoll gestalten.
Als Edelstahl werden Stähle mit hohem Reinheitsgrad bezeichnet; die bekannten rost- und säurebeständigen Sorten V2A (z. B. 1.4301) und V4A (z. B. 1.4571, 1.4435) enthalten Chrom und Nickel, die eine schützende Passivschicht bilden. Genau diese Legierungsbestandteile erschweren jedoch die Bearbeitung.
Herausforderungen bei der Bearbeitung
Edelstahl neigt zur Kaltverfestigung: Wird die Schneide nicht sauber im Eingriff gehalten, härtet die Oberfläche auf und der Verschleiß steigt. Die geringe Wärmeleitfähigkeit führt zudem zu Wärmestau an der Schneide. Beides verlangt abgestimmte Schnittwerte, scharfe Werkzeuge und eine wirksame Kühlung.
- Konstant hoher Vorschub, um Kaltverfestigung zu vermeiden
- Hochwertige, verschleißfeste Schneidstoffe und Beschichtungen
- Ausreichende und gezielte Kühlschmierung gegen Wärmestau
- Stabile Spannsituation für maßhaltige, gratarme Ergebnisse
Erfahrung entscheidet
Von rost- und säurebeständigen Stählen über Duplex- und Super-Duplex-Werkstoffe bis zu Implantatstählen: Die Bandbreite an Edelstählen ist groß, und jede Sorte hat ihr eigenes Verhalten. Langjährige Erfahrung in Dreherei und Fräserei ist die Voraussetzung für Präzisionsteile, die dauerhaft überzeugen.
Aluminium drehen und fräsen
Aluminium gilt als leicht zerspanbar – doch gerade das täuscht: Über Oberflächengüte und Maßhaltigkeit entscheiden die Details aus Legierung, Werkzeug und Schnittparametern.
Der geringe Werkstoffwiderstand erlaubt hohe Schnittgeschwindigkeiten und macht Aluminium zu einem wirtschaftlichen Werkstoff für Dreh- und Frästeile. Sein niedriges Gewicht bei guter Festigkeit macht es vor allem in Luft- und Raumfahrt, Messtechnik und Maschinenbau attraktiv.
Worauf es ankommt
Die richtige Legierungsauswahl ist der erste Schritt – von gut zerspanbaren Automatenlegierungen bis zu hochfesten Luftfahrtlegierungen verhält sich jeder Werkstoff anders. Entscheidend sind außerdem eine scharfe, polierte Werkzeuggeometrie gegen Aufbauschneiden sowie abgestimmte Schnittparameter, um Grate zu vermeiden und beste Oberflächen zu erzielen.
- Legierungsgerechte Auswahl von Werkzeug und Schnittwerten
- Scharfe, aufbauschneidenarme Werkzeuggeometrien
- Hohe Schnittgeschwindigkeiten für wirtschaftliche Fertigung
- Saubere Spanabfuhr für gratarme, maßhaltige Bauteile
Präzision trotz Leichtigkeit
Aluminium reagiert empfindlich auf Wärmeausdehnung und Spannkräfte. Bei dünnwandigen Teilen sind eine durchdachte Spannstrategie und Prozessführung notwendig, damit die Toleranzen auch nach dem Ausspannen sicher eingehalten werden.
Titan drehen und fräsen
Titan verbindet hohe Festigkeit mit geringem Gewicht und hervorragender Biokompatibilität – ein idealer Werkstoff für Medizintechnik und Luftfahrt, aber einer der anspruchsvollsten in der Zerspanung.
Die besonderen Eigenschaften, die Titan so wertvoll machen, erschweren zugleich die Bearbeitung. Reintitan (z. B. ASTM F 67) und Legierungen wie Ti-6Al-4V ELI (ASTM F 136) kommen überall dort zum Einsatz, wo Leichtbau, Korrosionsbeständigkeit und Körperverträglichkeit gefragt sind.
Warum Titan schwer zerspanbar ist
- Geringe Wärmeleitfähigkeit: Die Prozesswärme konzentriert sich an der Schneide statt über den Span abzufließen
- Hohe Reaktionsfreudigkeit: Bei hohen Temperaturen neigt Titan zu Reaktionen mit dem Werkzeug
- Elastisches Rückfedern: erschwert die Einhaltung enger Toleranzen bei dünnwandigen Teilen
Beherrschbar mit Erfahrung
Mit angepassten Schnittwerten, geeigneten Schneidstoffen und einer wirksamen Kühlung lässt sich Titan sicher und reproduzierbar bearbeiten. Für dauerhaft gefügte Bauteile kommt zusätzlich das Laserschweißen zum Einsatz. Gerade für hochbelastete Implantatkomponenten ist das Zusammenspiel aus Zerspanung, Feinbearbeitung und Oberflächengüte ausschlaggebend – bei innenliegenden Flächen werden Rautiefen bis in den Bereich weniger Hundertstel Mikrometer angestrebt.
Technische Keramik schleifen
Technische Keramik hält extreme Temperaturen, Verschleiß und Korrosion aus und ersetzt zunehmend Metall und Kunststoff – ihre Bearbeitung beherrschen jedoch nur wenige Anbieter.
Werkstoffe wie Zirkonoxid (ZrO₂), Aluminiumoxid (Al₂O₃) oder Macor bieten Eigenschaften, die klassische Werkstoffe nicht erreichen: hohe Härte, elektrische Isolation, chemische Beständigkeit und Formstabilität auch bei großer Hitze. Diese Härte macht das Schleifen zur einzig sinnvollen Bearbeitungsmethode.
Warum Keramik-Schleifen anspruchsvoll ist
Keramik ist hart und zugleich spröde. Beim Schleifen müssen Zustellung und Kühlung so gewählt werden, dass kein Ausbrechen an Kanten und keine Mikrorisse entstehen. Das erfordert diamantbestückte Schleifwerkzeuge, feinfühlige Prozessführung und viel Erfahrung.
- Diamantschleifen für hohe Maß- und Formgenauigkeit
- Schonende Prozessführung gegen Kantenausbrüche und Mikrorisse
- Feinste Oberflächen für dichtende und tribologische Funktionsflächen
- Ideal für Anwendungen mit extremem Verschleiß, Hitze oder Isolationsbedarf
Ein Alleinstellungsmerkmal
Weil nur wenige Fertiger die Schleifbearbeitung technischer Keramik anbieten, ist sie ein echtes Differenzierungsmerkmal – und die passende Antwort, wenn Metall oder Kunststoff an ihre Grenzen kommen.